MS "Ostfriesland"

Green Shipping auf höchsten Niveau
weitere Informationen zum Projekt hier

Baujahr: 1985 (Umbau 2015)
Fahrgäste: 1.200 Pers.
Anzahl PKW: max. 70 Pers.
Geschwindigkeit: 16 Knoten
Leistung: 2x 1.564 PS
Länge über Alles: 94,00 m
Breite über Alles: 12,60 m
Tiefgang: 2,40 m

Green Shipping und Green Cruising - für MS "Ostfriesland" keine Fremdwörter. Das AG "EMS" Schiff ist Deutschlands erste Fähre, die mit einem umweltfreundlichen Flüssiggas (LNG)-Antrieb ausgestattet ist. Die Umrüstung auf LNG bewirkt eine enorme Schadstoffreduzierung in den Emissionen.  Das innovative Schiffsprojekt, welches einen kompletten Neubau des Achterschiffes beinhaltete, ist das erste seiner Art. 

Wir fahren mit LNG!

Was ist LNG?

LNG steht für Liquefied Natural Gas, ein auf -162°C herunter gekühltes, flüssiges Erdgas und ist eine umweltfreundliche Alternative zum konventionellen Schiffsdiesel. Es besteht aus Methan. LNG erlaubt es Stickoxide, Schwefeloxide (jeweils über 90%) und Kohlendioxide (ca. 20%) in den Abgasen deutlich zu verringern und die Feinstaubemission sogar ganz zu vermeiden. MS „Ostfriesland“ wird mit einem sogenannten Dual-Fuel-Motor ausgestattet, der eine Treibstoffmischung aus bis zu 99 % Erdgas und 1 % Dieselkraftstoff verbrennt – das ist „grünes“ Reisen im UNESCO Weltnaturerbe Wattenmeer. 

Wie wird das Schiff mit LNG betankt?

Die Brennstoffversorgung eines Schiffes wird “bunkern” genannt. Generell werden Schiffe mittels eines Bunkerbootes vom Wasser aus, mittels einer ortsfesten Tankstelle oder via Tanklastkraftwagen auf dem Landwege mit Brennstoff versorgt. Auch LNG kann auf diesem Wege gebunkert werden. Ein europaweites Verteilnetz befindet sich im Aufbau.

Für die Versorgung von MS “Ostfriesland” sind Verträge mit einem Gas-Lieferanten geschlossen worden, der eine Versorgung auf dem Landwege sicherstellt.

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weniger CO2

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weniger NOx

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weniger Feinstaub

Ausgezeichnet! "Blauer Engel" für MS "Ostfriesland"

MS "Ostfriesland" wurde für das umweltfreundliche Schiffdesign mit dem "Blauen Engel" ausgezeichnet. Ralf Nagel, Geschäftsführendes Präsidiumsmitglied des Verbands Deutscher Reeder (VDR) erklärte dazu: „Die deutschen Reeder sind Vorreiter beim Umweltschutz. Wir freuen uns, dass das nachhaltige Engagement der AG EMS für saubere Schifffahrt mit der Verleihung des „Blauen Engels“ gewürdigt wird.“

Ein Blick in die Werft

Das umfangreiche Umbauprojekt in all seinen Phasen bestaunen Sie hier.

Die Technik (vorher/nachher)
Die Projektpartner der AG "EMS"
Das Umbautagebuch - Schritt für Schritt

Die Werft

Nach mehrmonatiger intensiver Vorbereitung hat die Aktien-Gesellschaft „EMS“ im Rahmen einer europaweiten Ausschreibung den Auftrag zum Umbau ihres Fährschiffes MS „Ostfriesland“ vergeben. Den Zuschlag erhielt die Brenn- und Verformtechnik Bremen GmbH (kurz BVT).

„Die BVT überzeugte uns durch ihr unerwartetes Konzept, ein komplett neues Achterschiff zu bauen“, begründet Dr. Bernhard Brons, Vorstand der AG „EMS“, die Vergabe-Entscheidung.

Die Zentrale der BVT befindet sich in Bremen, weitere Niederlassungen befinden sich in Bremerhaven und Boizenburg. Zu Dienstleistungen der Firma gehören Arbeiten wie Konstruktion, Werkstattplanung, Zuschnitt, Formung und Montage von Bauteilen. Die Hauptgeschäftsfelder der BVT sind u.a. Schiffsneubau, Industrieanlagenbau, Stahl - und Sektionsbau, das Brennen und Verformen von Blechen und Profilen sowie Schiffsreparaturen.

Juli 2013 - Schleppversuche, ein erster Praxistest

Um die am Computer entworfene Form des verlängerten Schiffes auch in der Praxis zu überprüfen und zu optimieren, wurden sogenannte Schleppversuche durchgeführt. Am Modell (Maßstab 1:10) wurden hier Eigenschaften wie Geschwindigkeit, Widerstand oder Wellenbild unter verschiedenen Bedingungen ermittelt.

21.10.2013 - Brennbeginn

Am 21. Oktober 2013 fand bei der BVT Brenn- und Verformtechnik Bremen GmbH der Brennbeginn für das neue Achterschiff für MS „Ostfriesland“ der Aktien-Gesellschaft „EMS“ statt. Ein nicht alltägliches Ereignis, da mit diesem Werkstück ein Meilenstein für die Schifffahrt gesetzt wird. Während MS „Ostfriesland“ weiterhin den Liniendienst von Emden zur Nordseeinsel Borkum versieht, wird bereits in Bremen ein neues Achterschiff für den zukünftigen Schiffsantrieb gebaut.

„Die AG „EMS“ hat mit diesem Projekt deutliche Akzente gesetzt wie es gehen kann. Es ist erfreulich, dass ein mittelständisches Unternehmen den Mut findet, Vorreiter für ein solch innovatives Projekt zu sein“, lobt Wirtschaftsminister Olaf Lies aus Niedersachsen, der diesen wichtigen Start des Umbaus vor Ort mitverfolgte.

23.-25.10.2013 - Prüfstandlauf der Hauptfgeneratoren

Ende Oktober wurden die beiden Hauptgeneratoren einem Prüfstandlauf bei der Firma Wärtsilä in Finnland unterzogen. Ziel solch eines Tests ist die Überprüfung der im Vertrag bestimmten Verbrauchswerte. Außerdem werden der allgemeine Zustand und der Lauf der Motoren begutachtet.

19.02.2014 - Hochzeit von MS "Ostfriesland" verschoben

Die für den Mai geplante Hochzeit von MS „Ostfriesland“ und dem neuen Achterschiff wird in den Herbst verschoben, dies entspricht einer Option aus dem Bauvertrag vom Mai letzten Jahres.

Dem innovativen Projekt verschafft diese Entscheidung mehr Zeit für die Detailarbeit, denn der Hinterschiff-Neubau mitsamt der neuen LNG-Technik muss auf absolute Passgenauigkeit gefertigt werden. Dass dabei die Detailprüfungen im Vorfeld im Fokus stehen und Qualität vor Schnelligkeit geht, ist selbstverständlich.

Die Gesamtprojektplanung sah von Beginn an sehr ambitionierte Zielsetzungen vor, was dem Projektteam durchaus deutlich war. Dies wurde als Ansporn für die gemeinsame Aufgabenbewältigung von Werft, Zulieferfirmen und Reederei angesehen. „Mit der neuen Technik werden innovative Maßstäbe gesetzt und da ist es besser, Schritt für Schritt vorzugehen und das ein oder andere zu hinterfragen. Schließlich müssen alle Beteiligten vom späteren Ergebnis überzeugt sein – damit es am Ende eine technische Punktlandung ist“, erklärten Dr. Bernhard Brons als Vorstand der Reederei AG „EMS“ und Thorsten Rönner als geschäftsführender Gesellschafter der Bauwerft BVT.

Da die Reederei AG „Ems“ in den Hauptreisemonaten nicht auf ihre wichtigste Fähre im Emden-Borkum-Verkehr verzichten möchte, wird die Hochzeit nun frühzeitig verschoben. „Wir möchten zu 100 Prozent sicherstellen, dass wir in der Hauptsaison MS „Ostfriesland“ garantiert bei uns im Fährverkehr nach Borkum einsetzen können, deshalb haben wir uns mit der Werft einvernehmlich auf den alternativen Terminplan geeinigt“, ergänzt Claus Hirsch als Technischer Inspektor der Reederei.

Aktuell geht der Stahlbau mit den entsprechenden Brenn- und Schweißarbeiten sowie Untergruppenmontagen des Neubauhecks auf der BVT-Werft in Vegesack an der Weser planmäßig voran. Das Schiff wird bis Mitte September im Fährverkehr von Emden nach Borkum eingesetzt und nach der Hochzeit mit der neuen Hecksektion Anfang November 2014 als erstes LNG-Schiff (Liquified Natural Gas) in Deutschland fahren.

27.01.2014 - Liefervertrag über Flüssiggas als Schiffstreibstoff

Die Reederei Aktien-Gesellschaft "EMS" und Bomin Linde LNG haben den ersten Vertrag zur Lieferung von Liquefied Natural Gas (LNG) in Deutschland unterzeichnet. Er sieht vor, die von AG "EMS" betriebene Personenfähre MS "Ostfriesland" nach ihrem Umbau ab Mitte 2014 mit dem umweltfreundlichen Treibstoff LNG zu versorgen.

23.04.2014 - Kiellegung für MS "Ostfriesland" neues Achterschiff

Am Mittwoch, den 23. April 2014, fand bei der BVT Brenn- und Verformtechnik Bremen GmbH die Kiellegung für das neue Achterschiff der Borkumfähre MS „Ostfriesland“ der Aktien-Gesellschaft „EMS“ statt. Dr. Bernhard Brons, Vorstand der AG „EMS“, freute sich über dieses Ereignis: „Für uns ist das ein besonderer Tag, denn jetzt wird unser Vorhaben optisch sichtbar. Damit nehmen nun die gebrannten Bauteile auch optisch Schiffsgestalt an.“ Besonders ist, dass hierin u.a. das neue Maschinenkonzept, basierend auf einem Diesel-Gas-Elektrischen (Dual Fuel) Antrieb der Firma Wärtsilä Deutschland GmbH, integriert wird.

05.06.2014 - Parlament. Abend in Berlin, MdB Heiko Schmelze empfängt Delegation der AG "EMS"

Anlässlich eines Parlamentarischen Abends in Berlin, zu dem CDU/CSU und SPD gemeinsam mit den Verbänden VDR (Verband Deutscher Reeder), VDMA (Verband für Schiffbau und Meerestechnik e.V) sowie VMA (Verband für Maschinen und Anlagenbau) eingeladen hatten, waren auch Vertreter der AG „EMS“ angereist. Insbesondere vor dem Hintergrund, dass die AG „EMS“ ihre Fähre MS „Ostfriesland“ im Rahmen eines Umbauprojektes mit der neuesten umweltfreundlichen LNG-Technologie ausstatten wird, wurde dem Emder Unternehmen im Rahmen von Gesprächen viel Aufmerksamkeit zuteil.

20.07.2014 - Neues Achterschiff verlässt das Baudock

Am Sonntag, den 20. Juli 2014 hat das neue Achterschiff für die Borkumfähre MS „Ostfriesland“ die Bauhalle verlassen und wurde per Kran an Bord eines Condock-Schiffes verladen, um so zur Außenstelle der Brenn- und Verformtechnik (BVT) nach Bremerhaven verschifft zu werden.

18.08.2014 - Schweißarbeiten

15.09.2014 - MS "Ostfriesland" fährt nach Bremerhaven

Am Montag, den 15.09.2014, hat MS "Ostfriesland" morgens den Außenhafen verlassen und hat Kurs auf Bremerhaven genommen. Dort wartet bereits das neue Achterschiff mitsamt des neuen Antriebs auf die Ankunft der Borkumfähre...

10.10.2014 - "Schnitt gelungen - Hochzeit in Sicht"

Am Freitag, den 10.10.2014 ist MS "Ostfriesland" erfolgreich vom alten Heck getrennt worden! Der Umbau kann also weiter gehen.

07.11.2014 - EU unterstützt den Umbau

Die Aktien-Gesellschaft „EMS“ darf sich mit ihren Projektpartnern Energy Valley, Groningen Seaports und NiedersachsenPorts über eine Förderung seitens der EU freuen. 3,07 Millionen Euro werden seitens der EU bereitgestellt, um das Pilotprojekt im Rahmen des Umbaus der Borkumfähre MS „Ostfriesland“ zu realisieren und die verbundene Implementierung einer LNG-Infrastruktur auf den Weg zu bringen. Es handelt sich dabei um die erste Umrüstung eines Seeschiffes auf LNG in der EU überhaupt.

Januar bis März 2015 - Wetterschutz

Damit an Bord von MS „Ostfriesland“ geschützt vor Wind und Wetter Anstrich-Arbeiten vorgenommen werden konnten, wurde die Fähre vom 29.01.2015 bis Anfang März 2015 „eingehaust“. Unter dem beeindruckenden Zeltdach wurde so ungestört Farbe aufgetragen und weitere Arbeiten ausgeführt werden.

30.04.2015 - Erst-Betankung mit Flüssiggas

Am 30. April war es soweit: MS "Ostfriesland" wurde erfolgreich mit dem emissionsarmen Kraftstoff Liquefied Natural Gas (LNG) betankt. Die erfolgreiche und schnelle Erstbetankung der rund 94 m langen Fähre wurde von den Experten von Bomin Linde LNG durchgeführt. Nach Abschluß der Sicherheitsabstimmungen konnten innerhalb von kurzer Zeit 40 Kubikmeter LNG in den Tank der Borkumfähre übertragen werden.

Barrierefreiheit an Bord

Vom großzügigen Oberdeck, über das Autodeck bis hin zum Salondeck - auf MS “Ostfriesland” sind alle Passagierdecks barrierefrei zugänglich. Ein Fahrstuhls über vier Ebenen macht alle Decks niveaugleich erreichbar. Eine behindertengerechte Toilette befindet sich an Bord.

Spiel & Spaß im Wattenmeersalon

An Bord von MS „Ostfriesland“ wurde im Zuge des Umbaus zur LNG-Fähre in enger Zusammenarbeit mit dem Nationalpark Wattenmeer ein ganzer Salon dem Thema „Wattenmeer“ gewidmet. Eltern und Kinder haben hier die Möglichkeit, die besondere Naturlandschaft an verschiedenen Stationen "spielend" kennen zulernen:

Eine kleine Ameise hat sich verlaufen und braucht die Hilfe der kleinen Forscher, um nach Hause zu finden. Und wer hat die Mutter der kleinen Robbenbabys gesehen? Welchem Vogel gehören wohl welche Beine und wer findet beim Muschel-Memory die meisten Paare?

Auch ein großes Brettspiel für die ganze Familie gibt es hier. „Eine Seefahrt die ist lustig“ stellt die Reise nach Borkum dar. Wer kommt zuerst auf der Insel an? Verschiedene Ereignisfelder beschleunigen oder verzögern die Fahrt und so bleibt es spannend bis zum Schluss.

Welchen Nutzen haben unsere Passagiere vom Umbau?

Klimatisierung durch Restwärme

In den Fahrgastsalons wird es künftig eine Klimaanlage geben, die energieeffizient und ressourcenschonend mit freiwerdender Kälte aus dem Verdampfungsprozess gespeist wird. Damit sind alle Salons auf eine angenehme Temperatur reguliert und äußere Witterungsverhältnisse werden kaum noch wahrgenommen.

Barrierefrei dank Fahrstuhl

Vom großzügigen Oberdeck, über das vergrößerte Autodeck bis hin zum Salondeck - mit dem Umbau von MS “Ostfriesland” sind künftig alle Passagierdecks barrierefrei zugänglich. Möglich wird dieses durch die Integration eines neuen Fahrstuhls über vier Ebenen, so dass jeder Gast und Bordmitarbeiter alle Decks niveaugleich erreichen können.

Umweltfreundliches reisen

Der Umbau von MS "Ostfriesland" zum Flüssiggas (LNG)-betriebenen Schiff ist vor allem in Hinblick auf den Umweltschutz eine wichtige Investition in die Zukunft. Durch die moderne Technik und den neuen Antrieb werden Emissionen bis zu 90% verringert bzw. Feinstaub wird ganz vermieden.

Damit werden bereits die zukünftigen Abgasnormen für 2016 erfüllt.

Das Schiff wird nach seinem Umbau unter dem Gesichtspunkt der Energieeffizienz betrieben. Zum Beispiel erfolgt die Beleuchtung mit modernen LED-Lampen und Restwärme wird für die neue Klimaanlage genutzt.

Unsere Umwelt, insbesondere das UNESCO Weltnaturerbe Wattenmeer,  wird durch den Umbau nachhaltig geschont.

Zusätzliche Verbesserungen

  • Optimierte Rumpfform (Heck)
  • Ressourcenschonung durch effizientere Energieausnutzung
  • Einspeisung von überschüssiger Energie zum Betrieb der Klimatisierung in den Salons
  • Bio- und Synthetik-LNG sind ressourcenschonende und damit zukunftsfähige Kraftstoffe

Das Bautagebuch MS "Ostfriesland"

Lust auf eine Fahrt mit MS "Ostfriesland"? Sehen Sie sich den Umbau zum LNG-Schiff zusammengefasst in unserem YouTube-Video an und buchen Sie anschließend ihre Fahrt nach Borkum!