Blauer Engel für MS „Ostfriesland“

Borkumfähre jetzt offiziell mit Umweltlabel ausgezeichnet

Seit Juni 2015 verkehrt die Borkumfähre MS „Ostfriesland“ auf LNG-Antrieb (Flüssiggas) zwischen Emden und Borkum. Vorangegangen war ein neunmonatiger Werftaufenthalt, in dem das Schiff zu Deutschlands erster umweltfreundlicher LNG-Fähre umgebaut wurde. Nun wurde das Engagement der Reederei AG EMS mit dem „Blauen Engel für umweltfreundliches Schiffsdesign“ ausgezeichnet.

Technischer Kern ist ein Vakuum isolierter LNG-Tank von 45 m³ Fassungs-vermögen, in welchem flüssiges Gas gelagert wird. Das LNG (Liquefied Natural Gas) ist Methan, welches auf minus 162 °C heruntergekühlt und dadurch in einem flüssigen Zustand ist. Weiterhin ist es auf 6/100 seines Volumens reduziert, wodurch es eine sehr hohe Energiedichte aufweist. Im Vergleich zu Schiffsdiesel hat es eine deutlich bessere Umweltbilanz, da es 20% weniger Kohlendioxid, 90 bis 95% weniger Stickoxide und Schwefeloxide sowie keinen Feinstaub produziert. Dafür hat eine unabhängige Jury MS „Ostfriesland“ nun mit dem Blauen Engel ausgezeichnet. Inhaber des Umweltzeichens ist das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit, welche durch das Umweltbundesamt in fachlicher Hinsicht unterstützt und durch die RAL gemeinnützige GmbH als Zeichenvergabestelle vertreten wird. Henning Scholtz, Leiter Bereich Umweltzeichen bei RAL ergänzt: „Der Blaue Engel ist das älteste Umweltzeichen der Welt. Es zeichnet Produkte und Dienstleistungen als umweltfreundlicher aus, als vergleichbare konventionelle. Außerdem garantiert der Blaue Engel, dass die hohen Ansprüche an Umwelt-, Gesundheits- und Gebrauchseigenschaften eingehalten werden.“

„Nachhaltiges Wirtschaften heißt aber auch, dass man gute Substanzen nicht einfach wegwirft“, erklärte Dr. Bernhard Brons, Vorstand der AG EMS. Damit verwies er auf die gute Substanz des Schiffes, welches 1985 in Leer gebaut wurde und einen der Gründe, warum sich die Reederei nicht für einen Neubau, sondern für einen Umbau entschieden hatte. „Maßgeblich für uns war, weg vom Mineralöl zu kommen und für die nächsten Jahrzehnte einen sauberen und zuverlässigen Energieträger einzuführen“, fasst Brons zusammen.

„Die neue Technik einzubauen, war ein schwerer Weg“, sagt Claus Hirsch, Technischer Inspektor der AG EMS im Hinblick auf die zusätzliche Ingenieurs-Arbeit der Reederei, die während der Werftzeit gefragt war. Die vier Motoren von MS „Ostfriesland“ treiben Generatoren an, die dann Strom produzieren. Dieser Strom wird über eine Hauptschalttafel nach jeweiligem Bedarf an alle Verbraucher verteilt: Beleuchtung, Navigationsinstrumente, Küchengeräte etc. und nicht zuletzt die Antriebsanlage. Letztere besteht hier aus einem modernen Pod-Antrieb, der im Heck des Schiffes eingebaut und um 360° drehbar ist. Deshalb benötigt das Schiff auch keine Ruderblätter mehr. Das Investment hat 13,5 Mio. Euro gekostet; von der EU gab es einen Zuschuss für den Einbau des LNG-Antriebes im Zusammenhang mit dem Aufbau der Infrastruktur.

Dass der Umbau letztlich noch mit einer finanziellen Unterstützung der EU bedacht wurde, war zwar nicht Voraussetzung für das Projekt, wurde dennoch begrüßt. Während man in Deutschland noch über LNG als Schiffskraftstoff nachdachte, hatte die EU bereits ihr Programm „Motorways of the seas“ (MoS) aufgelegt. Es ermöglichte eine Co-Finanzierung für die Einführung eines LNG-Antriebssystems auf einer MoS-Teststrecke in der Modellregion Biosphärenreservat Wattenmeer als Pilotprojekt. Landrat Mathias Groote aus Leer hatte dies als Mitglied des EU-Parlaments begleitet und erklärte jetzt: „Das Unternehmen hat etwas angestoßen und das Henne-Ei-Prinzip durchbrochen.“ 

Deutschlandweit gibt es bisher drei Schiffe, die mit dem RAL-Umweltzeichen 141 für „Umweltfreundliches Schiffsdesign“ ausgezeichnet wurden. MS „Ostfriesland“ ist die erste LNG-Fähre und bietet damit völliges Neuland. Ralf Nagel, Geschäftsführendes Präsidiumsmitglied des Verbands Deutscher Reeder (VDR) erklärte dazu: „Die deutschen Reeder sind Vorreiter beim Umweltschutz. Wir freuen uns, dass das nachhaltige Engagement der AG EMS für saubere Schifffahrt mit der Verleihung des „Blauen Engels“ gewürdigt wird.“

Emden, den 28/11/2017
Aktien-Gesellschaft „EMS“

 
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